MPU wer muss zur medizinisch-psychologischen Untersuchung

Im Jahre 2012 mussten insgesamt 94176 Personen zur medizinisch-psychologischen Untersuchung.

Nach Schätzungen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) gibt es in der Bundesrepublik Deutschland ungefähr 54 Millionen Führerscheininhaber/innen. Das heißt, circa 0,1744 % aller Führerscheininhaber/innen mussten im Jahre 2012 überhaupt zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU). Oder anders ausgedrückt, von 1.000.000
(1 Million) Bewerber/innen um eine Fahrerlaubnis oder Führerscheininhaber/innen mussten 1744 zur MPU.

Wer zur MPU muss, ist ganz einfach mit einem Satz zu beantworten.

„Jede Person, welche eine Fahrerlaubnis begehrt oder besitzt und der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde berechtigten Anlass gibt, an seiner Eignungzum Führen von Kraftfahrzeugen zu zweifeln.“

Jedoch Eignungszweifel zum Führen von Kraftfahrzeugen können aus ganz unterschiedlichen Gründen bestehen.

Möchte eine Person vor Erreichen des Mindestalters die Pkw-Fahrerlaubnis, also die Fahr-erlaubnis der Klasse B erwerben, hat die Fahrerlaubnisbehörde zu prüfen, ob die Bewerberin oder der Bewerber die erforderliche charakterliche Reife zum Führen eines Kraftfahrzeuges der Klasse B besitzt. Natürlich sind Verwaltungsmitarbeiter dazu nicht geeignet, derartige Prüfungen selbst durchzuführen. Deshalb ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass in derartigen Fällen ein medizinisch-psychologisches Gutachten einer Begutachtungsstelle für Fahreignung der Fahrerlaubnisbehörde vorzulegen ist. Mit dem positiven Gutachten liegt der Fahrerlaub-nisbehörde der Nachweis über die charakterliche Reife der Bewerberin / des Bewerbers vor. Die am 1. Januar 2011 erfolgte Einführung der Regelung des begleitenden Fahrens mit 17 ist davon nicht betroffen.

Ganz anders ist es bei den Personen, die durch verkehrswidriges Verhalten im Straßenverkehr auffällig geworden sind. Sie haben den Fahrerlaubnisbehörden Anlass gegeben, an ihrer charakterlichen Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen zu zweifeln. Bei häufig begangenen Verkehrszuwiderhandlungen oder besonders rücksichtslosem Verhalten im Straßenverkehr, kann die zuständige Fahrerlaubnisbehörde den betreffenden Personenkreis auffordern, ein medizinisch-psychologisches Gutachten beizubringen. Ist diesen Personen die Fahrerlaubnis bereits durch ein Gericht entzogen worden, ist zum Wiedererwerb einer Fahrerlaubnis die Vor-lage eines medizinisch-psychologischen Gutachtens mit positiver Prognose Voraussetzung. Der Person wird mit einem solchen Gutachten bescheinigt, dass für die Zukunft ein normgerechtes Verhalten im öffentlichen Straßenverkehr zu erwarten ist.

Werden der Fahrerlaubnisbehörde über das Kraftfahrtbundesamt häufig begangene Verkehrszuwiderhandlungen oder besonders rücksichtloses Verhalten im Straßenverkehr bekannt, ohne dass ein Gericht die Fahrerlaubnis entzogen hat, so hat die Behörde an der charakterlichen Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen zu zweifeln und die Beibringung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens anzuordnen. Legt die betreffende Person innerhalb einer gesetzten Frist (grundsätzliche drei Monate) ein medizinisch-psychologisches Gutachten mit positiver Prognose, darf sie ihren Führerschein behalten, ansonsten wird die Fahrerlaubnis entzogen und der Führerschein ist abzugeben.

Personen, von denen bekannt geworden ist, unter dem Einfluss berauschender Mittel ein Kraftfahrzeug geführt zu haben, werden ebenfalls aufgefordert, sich einer medizinisch-psychologischen Untersuchung zu unterziehen. Bei den berauschenden Mittel handelt es sich um:

  • – Alkohol,
  • – weiche Drogen (Cannabis)
  • – harte Drogen (Heroin, Kokain, synthetische Drogen wie Amphetamine, Ecstasy und vieles mehr (u.v.m.))
  • – Medikamente (Beruhigungsmittel, starke Schmerzmittel u.v.m.)

Übrigens gelten Fahrerlaubnisinhaber/innen als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen, die harte Drogen konsumieren. Hierbei ist es unerheblich, ob ein Kraftfahrzeug geführt wurde oder nicht.

Um über die erneute Erteilung einer Fahrerlaubnis entscheiden zu können, muss die Fahrerlaubnisbehörde über die betreffende Person wissen, ob durch die Einnahme der berauschenden Mittel bereits gesundheitliche Defizite eingetreten sind, welche die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen ausschließen, ob die für den motorisierten Straßenverkehr erforderliche Reaktionsfähigkeit noch vorhanden ist und ob die Wahrscheinlichkeit, nochmals ein Kraftfahrzeug unter berauschenden Mitteln zu führen, als gering eingestuft werden kann. Bei harten Drogen muss grundsätzlich der Nachweis erbracht werden, dass eine einjährige Drogenabstinenz vorliegt.

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